Besser ist noch nicht gut – Senat muss auf mehr Qualität und mehr Personal in der Kindertagesbetreuung setzen!

Dazu erklärt Marcus Weinberg, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion und Bundestagsabgeordneter für Hamburg und Altona:

„Es ist eine gute Nachricht, dass der Personalschlüssel in Krippen und Kindertagesstätten in den letzten Jahren in Hamburg gestiegen ist. Aber besser ist noch nicht gut. Hamburg bleibt weiter hinter den Vorgaben der Experten der Bertelsmann Stiftung und dem bundesdeutschen Durchschnitt zurück. Das zeigt das Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung. In Hamburg kamen im März 2016 5,1 ganztags betreute Kinder auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft in Krippengruppen. Damit bietet Hamburg für Krippenkinder einen deutlich ungünstigeren Personalschlüssel als das bundesweite Mittel (1 zu 4,3). Die Ergebnisse zeigen, dass die Rhetorik des Senats, auf die Qualität zu setzen, nicht konkret bei den Kindern im gewünschten Maße ankommt. „Schein“ hat doch mehr Buchstaben als „Sein“.

Wir brauchen eine Agenda der Qualitätssteigerung mit messbaren Zielen und mit haushaltstechnisch unterlegten Steigerungsvorgaben. Der Bund wird dieses in den nächsten Jahren unterstützen, erwartet aber auch eine stärker Beteiligung der Länder. Hamburg hat auf Beitragsfreiheit gesetzt, statt auf eine deutliche Steigerung der Personalschlüssel. Für die rund 75 Mio. Euro hätte man rund zweitausend Erzieherinnen neu einstellen und gute Bildungsprogramme entwickeln können.

Nun wiederholt die Bundes-SPD den gleichen Fehler: Lieber populäre Entlastungen im Wahlkampf versprechen als eine ernsthafte Politik der Notwendigkeit von Qualität zu betreiben.

Dass die SPD und die Familienpolitiker der SPD im Wahlkampf die vermeintlich beliebte Beitragsfeiheit fordern, während die Fachwelt über die Bedeutung der Qualität redet, zeigt die Fehlausrichtung ihrer Politik. Für die Union ist die Beitragsfreiheit erstrebenswert, aber erst, wenn verbindliche Qualitätsstandards erreicht sind. Hierfür brauchen wir in der kommenden Legislaturperiode einen verbindlichen Ablaufplan der Umsetzung. Im Jahre 2021 sollte man die letzten Stufen angehen.“