Schienenlärmschutz gestärkt: Neues Gesetz schränkt den Einsatz lauter Güterwagen erheblich ein

Am heutigen Donnerstag hat der Deutsche Bundestag einem Gesetz­entwurf einstimmig zugestimmt, der ab Fahrplanwechsel zum 13.12.2020 den Einsatz lauter Güter­wagen im Schienengüterverkehr deutlich einschränkt.

Dirk Fischer (CDU/CSU), Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Hamburg Nord und Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur, begrüßt dies deutlich:

„Für Anlieger von vielbefahrenen Schienenstrecken, von denen einige auch in Hamburg liegen, wird dies eine spürbare Reduzierung des störenden und gesundheitsgefährdeten Schienenlärms bedeuten. Denn sämtliche Güterwagen müssen ab Ende 2020 Lärmschutz­grenzwerte einhalten, wie sie bei der Neuzulassung moderner und leiser Güterwagen festgeschrieben sind.“

Fischer führte anlässlich der finalen Abstimmung im Plenum des Bundestags aus: „Der Gesetzentwurf ist ein Meilenstein in Sachen aktiver Lärmschutz, weil er eine Reduzierung des Lärms direkt am Rollmaterial erfordert. Wir erhöhen mit dem Gesetz und den vorgeschlagenen Änderungen deutlich den Druck auf diejenigen Wagenhalter, die bislang keine Umrüstung ihrer Güterwagen vorgenommen haben und setzen ein deutliches Signal für mehr Lärmschutz, ohne den Schienengüterverkehr in seiner Entwicklung zu behindern.“

Man unterstütze als CDU/CSU-Fraktion ausdrücklich das Ziel der Bundesregierung, mehr Güter auf der Schiene zu transportieren. Denn der Gütertransport auf der Schiene bedeute eine umweltfreundliche und klimaschonende Bewältigung des Güteraufkommens.

„Der Schienenlärmschutz für die Bevölkerung ist daher ein Kernziel der Verkehrspolitik dieser Koalition, welches sie seit mehreren Jahren mit großem Verantwortungsbewusstsein und einer Vielzahl an Maßnahmen und immensen Investitionen vorantreibt. So hat sich der Bund mit der Strategie ‚Leise Schiene‘ das klare Ziel gesetzt,  den Schienenverkehrslärm ausgehend vom Jahr 2008 bis zum Jahr 2020 zu halbieren und den Lärm für die Anlieger von Schienenstrecken deutlich zu reduzieren. Die Akzeptanz des Schienenverkehrs wird dadurch deutlich steigen! Mehr Mobilität bei weniger Lärm: diese Ausrichtung der Verkehrspolitik befürworten wir als CDU/CSU voll und ganz!“ 

In Europa neu angeschaffte Güterwagen und die meisten Personenzüge verkehren bereits seit 2006 mit einer leisen Bremstechnologie, jedoch sind bei weitem noch nicht sämtliche Güterwagen umgerüstet oder ausgetauscht. In noch nicht modernisierten Güterwagen kommt noch die klassische Graugusssohle zum Einsatz, welche die Rader aufraut, was zusätzlich laute Rollgeräusche verursacht. Durch den Einsatz neuer Verbundstoff­bremssohlen, wie der sog. Komposit- oder LL-Bremssohle, bleiben die Räder glatt und die Rollgeräusche der Güterwagen können um bis zu 10 Dezibel reduziert werden, was in der menschlichen Wahrnehmung einer Halbierung des Lärms entspricht.

Deswegen fördert der Bund die Umrüstung von Bestandsgüterwagen deutscher wie ausländischer Güterwagenhalter auf lärmarme Bremstechnik über ein Förderprogramm. Er beteiligt sich mit bis zu 152 Millionen Euro an den auf 309 Millionen Euro prognostizierten Mehrkosten für die Umrüstung vorhandener Güterwagen. Denn mit der Umrüstung der Güterwagen auf leisere Bremstechnik ist eine flächendeckende Lärmminderung möglich. Lärmschutzwände und Schallschutzfenster können nur örtlich und begrenzt wirksam sein.

Seit dem Fahrplanwechsel 2012/2013 müssen laute Züge zudem höhere Trassenpreise für die Nutzung von Schienenwegen zahlen, als leise Züge. Dieser Aufschlag wird zukünftig weiter steigen. Äußerst leise Güterwagen werden dagegen mit einer Innovationsprämie belohnt.

Auf Initiative des Bundestags investiert der Bund jährlich 150 Millionen Euro in eine freiwillige Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen. Damit sollen insbesondere Lärm an Brennpunkten weiter reduziert und innovative Techniken entwickelt werden.