Für ein glaubwürdiges Textilsiegel

 

Andreas Lämmel, Bärbel Kofler, Jürgen Klimke und Stefan Rebmann (v.l.n.r.)

Andreas Lämmel, Bärbel Kofler, Jürgen Klimke und Stefan Rebmann (v.l.n.r.)

„Das von Bundesentwicklungsminister Müller initiierte Textilbündnis hat einen ganzheitlichen Ansatz und soll für nachhaltige Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutz und Entlohnung in den Entwicklungsländern sorgen. Wichtig ist jetzt, auch große Unternehmen an Bord zu bekommen und den Verbraucher mit einem Siegel zu informieren“, so Jürgen Klimke.

Aus Klimkes Sicht kann das Bündnis vorbildhaft für andere Branchen wirken. Elektronikindustrie, Rohstoffgewinnung und Landwirtschaft sind Bereiche, in denen Unternehmen mehr tun können, um entlang der Lieferkette bessere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Klimke findet es bedauerlich, dass die großen Unternehmen dem Bündnis (noch) nicht beigetreten sind. „Ich wünsche mir sehr, dass die Otto Group aus Hamburg, die bereits mehrfach für ihre gute CSR-Strategie ausgezeichnet wurde, hier Vorreiter wird“, kommentiert er die Gründungsveranstaltung. Wichtig ist aus seiner Sicht, dass am Ende wirklich ein Siegel steht, das man auf der Kleidung wiederfinden kann. „Wir müssen den Verbraucher einbeziehen und ihm zunächst die Möglichkeit geben, sich bewusst beim Kauf zu entscheiden. Ein verlässliches Siegel muss das Ziel sein. Die Unternehmen sollten die dem Siegel innewohnende Marketingchancen erkennen.“ Der Ansatz der Freiwilligkeit sei dabei sinnvoll, gesetzliche Regelungen auf nationaler Ebene gegen die Unternehmen können zu Wettbewerbsnachteilen führen, zudem sind sie faktisch nicht zu kontrollieren.

Hier spricht sich Klimke dafür aus, auf internationaler Ebene sowie seitens der EU verbindliche Verbesserungen durchzusetzen. Es sei richtig, dass Minister Müller diese internationale Dimension ebenfalls einbeziehen will. Zutreffend ist aus Klimkes Sicht aber auch, dass Arbeitsschutz und Gewerkschaftsfreiheit sowie soziale Gesetzgebungen Aufgaben von Staaten sind. „Diese Staaten müssen wir einerseits in die Pflicht nehmen – auch durch Konditionierung, also die Koppelung der Zahlung von Entwicklungsgeldern
an Verbesserungen in diesen Bereichen. Andererseits müssen wir auch durch die Unterstützung von Entwicklungsprojekten vor Ort verstärkt helfen“, hält Klimke in seiner Funktion als Obmann der Unionsfraktion im Entwicklungsausschuss fest.